Wie funktioniert eigentlich der Kameraverschluss?
Ich habe in letzter Zeit im Rahmen der FotoAG des öfteren erklärt, wie der Verschluss der Kamera eigentlich funktioniert. Manchmal einfach aus Interesse der Teilnehmer, meist aber wegen der Blitzsynchronzeit. Als Blitzsynchronzeit bezeichnet man die kürzeste Belichtungszeit, bei der man noch ohne Probleme mit einem Blitz fotografieren kann. Wählt man eine kürzere Belichtungszeit, dann landet das Blitzlicht nur auf einem Teil des Bildes, der Rest bleibt schwarz, oder zumindest dunkler. Hier mal eine Reihe von Bilder zur Veranschaulichung des Effekts:

1/200s

1/320s

1/500s
Man sieht sehr schön, wie der schwarze Balken immer größer wird, und die Erklärung dieses Effekts ist das Ziel dieses Artikels.
Der Sensor der Kamera wird von einem Verschluss verdeckt. Bei DSLR-Kameras ist das in der Regel ein sogenannter Schlitzverschluss, der aus zwei Vorhängen besteht. Wird der Kameraauslöser betätigt, klappt zuerst der Spiegel hoch. Wenn dieser Vorgang abgeschlossen ist, geht der erste Vorhang auf und legt den Sensor frei und danach verdeckt der zweite Vorhang den Verschluss wieder. Diesen Vorgang sieht man in dem folgenden Video sehr schön.
Wenn die Belichtungszeit kürzer wird, dann ist irgendwann der Punkt erreicht, an dem der zweite Vorhang schon zugeht, bevor der erste Vorhang den Sensor komplett freigelegt hat. Somit hat das Blitzlicht keine Chance, Licht auf den gesamten Sensor zu bringen und der vom Verschluss verdeckte Teil des Sensors bleibt dann dunkel. In diesem Artikel ist das sehr schön mit Diagrammen erklärt: Sync About It
Im Fall der obigen Bilder liegt die Blitzsynchronzeit also irgendwo zwischen 1/200 und 1/320. Theoretisch wären mit meiner Kamera und dem verwendeten Blitz 1/250s möglich, allerdings schafft der billige Funkauslöser das nicht ganz, weshalb ich hier 1/200s gewählt habe und nicht 1/250s.
Alles klar? Manchmal hilft ein wenig Technikwissen also tatsächlich, bessere Bilder zu machen.

























